Inklusion wie gemalt

 

Im Rahmen der interkulturellen Woche 2015 entstand ein sehr spannendes und inhaltlich wertvolles Gemälde.

Unter Anleitung von Alessandro Benigni vom Verein Kunst & Inklusion e.V. malten viele Besucherinnen und Besucher Ihre Ideen und Gedanken zur Inklusion / Integration auf eine Leinwand.

Jung und alt, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Menschen mit und ohne Behinderung und viele mehr.

Das Bild wird bis 2017 durch die Stadt Rastatt ausgestellt um das Thema Inklusion, an verschiedenen Orten in den Blickpunkt zu stellen.

Für den Abschluss im Frühling 2017 ist ein besonderes Event in Planung, bei dem das Kunstwerk versteigert wird.

Der Erlös der Veranstaltung kommt einem guten Zweck in Rastatt zugute.

Die Wanderausstellung "Inklusion wie gemalt" wird am 12. Mai, um 18:00 Uhr im Hotel Schwert durch Peter Hank, Leiter der Städtischen Galerie Fruchthalle Rastatt eröffnet. Im Anschluss wird Rechtsanwalt Thomas Hentschel einen themenbezogenen Sprechakt leisten.

 

Warum Inklusion und Integration?

 

Integration unterscheidet und trennt Menschen voneinander.

Bei Inklusion geht es darum, jeden Menschen in unsere Gesellschaft einzubeziehen und alle an unserem gemeinsamen Leben teilhaben zu lassen.

Egal, welche Religion, welche Hautfarbe, welche Herkunft, ob Mann oder Frau, jung oder alt, ob mit oder ohne Behinderung.

 


Inklusion wie gemalt

Ausstellung zu Inklusion und Kunst in Rastatt eröffnet

 

Inklusion ist zwischenzeitlich zu einem zentralen Begriff unserer Schul- und Bildungslandschaft geworden. Er hat jedoch darüber hinaus auch für die gesamte Gesellschaft eine große Bedeutung, worauf eine Wanderausstellung des Vereins „Kunst und Inklusion“ mit seinem Projekt „Inklusion wie gemalt“ eindrucksvoll hinweist. Aus Anlass der Eröffnung der Wanderausstellung hat der Sprecher des Kreisverbandes, Thomas Hentschel am vergangenen Donnerstag, den 12. Mai 2016 im Hotel Schwert in Rastatt einige Gedanken zum Begriff der Inklusion und zu seiner Verbindung zur Kunst vorgetragen.

Dabei gestand er zunächst ein, dass er sich selbst zunächst mit dem Begriff der Inklusion schwer getan habe, weil dasjenige, was mit Inklusion umschrieben werde, lange Zeit von dem Begriff der Integration besetzt gewesen sei. Umso interessanter sei es gewesen, sich mit dem Begriff nochmals ausführlich auseinanderzusetzen.

Mathematisch betrachtet, würden im Fall der Integration die außerhalb einer Menge stehenden Elemente zwar als Teilmenge in die Masse aufgenommen, blieben aber gleichwohl ausgegrenzt. Im Falle der Inklusion gehe die Menge der Außenstehenden in der übrigen Menge auf und trügen wie innere Einschlüsse in einem Diamanten dazu bei, dass die Menge bunter, größer und stärker würde. Bei der Inklusion innerhalb der Gesellschaft gehe es genauso darum Menschen, die aus welchem Grund auch immer am Rande stehen, in die Gesellschaft aufzunehmen, damit sich die individuelle Vielfalt, der Facettenreichtum und die Farbenpracht in einer lebendigen Gesellschaft entfalten könnten und diese lebendiger und stärker machen könne, so wie die Einschlüsse in einem Diamanten diesen erst zu einem echten und wertvollen Diamanten machten.

Es gehe, wie Alessandro Benigni sagt, darum, die Individuen der Gesellschaft nicht abzuschleifen bis sie alle gleichmäßig aussehen, sondern darum, jeden/jede in seiner/ihrer Unterschiedlichkeit teilhaben zu lassen an dem schöpferischen gesellschaftlichen Prozess, der erst mit der Vielfalt farbenprächtig wird wie eine Farbpalette eines Künstlers, die vielfältige Schattierungen, Buntheit und Stimmungen hervorbringe. Hierbei könne Kunst, wenn sie sich mit der Vielfalt von Ausdrucksformen, Stilen und deren Facettenreichtum auseinandersetzt und sie in sich einschließt, einen erheblichen Beitrag zur Inklusion leisten, ja gesellschaftliche Prozesse unterstützen und anschieben, weil Kreativität die Fähigkeit ist, Wege zu finden, die zuvor weder möglich noch denkbar waren. Gerade Kunst ist besonders geeignet, zur Überwindung von Grenzen innerhalb einer Gruppe beizutragen. Es sei die die Aufgabe einer freien Gesellschaft, allen Menschen in Ihrer Mitte das Angebot zu machen, mitzukommen auf dem Weg der Entwicklung der Gesellschaft, egal woher sie kommen, welche Überzeugungen sie in sich tragen, welche Religion sie haben, welches Geschlecht sie haben, ob Sie sich in Ihrer Haut wohl fühlen oder nicht, ob sie ein Handikap haben oder was auch immer. Wichtig sei, dass alle nebeneinander stehen können, jeder in seiner Andersartigkeit akzeptiert und nicht ausgegrenzt wird und sich in den gesellschaftlichen Werdensprozess einbringen könne.

Dies sei besonders bei dem Bild zu erkennen, welches im Rahmen der Wanderausstellung nunmehr in mehreren Institutionen und Geschäften der Stadt Rastatt in den kommenden zwölf Monaten ausgestellt wird. An dem Bild hätte eine Vielzahl von Menschen mitgewirkt, die jeweils ihren eigenen Ausdruck und ihre eigenen Erfahrungen in das Bild eingebracht haben. Die Gesamtheit dieser Ausdrücke stehe in dem Bild nicht nebeneinander sondern miteinander auf einer Fläche. Und so ergäben sich sehr stabile Strukturen, die sich gerade aus dieser Vielfalt ergeben. Sie ergäben sich auch gerade daraus, dass nicht alle in eine Richtung gezeichnet haben, sondern dass eine Vielzahl von Menschen dort einen individuellen Ausdruck zu Papier gebracht habe. Dass die Vielfalt auf diesem Bild nicht etwa zu einem Zusammenbruch des Gefüges führe sondern zu einem neuen großen, stabilen Gefüge, das in seiner Gänze eine sehr positive, lebensfrohe Ausstrahlung hat, sei begeisternd.

Den Bürgerinnen und Bürgern empfahl Hentschel dieses Gemälde zu betrachten und sich selbst ein Bild davon zu machen, was dieses Werk in seiner Vielfalt und Stabilität im Chaos über uns und unsere Umgebung aussagt. Die Arbeit ist noch bis 27. Mai 2016 im Hotel Schwert in Rastatt und danach in einer Vielzahl von weiteren Institutionen und Geschäften zu sehen.

 

Thomas Hentschel